Unser Kräutergarten ist ca. 2,5 ha groß. Er nimmt also die halbe Betriebsfläche ein. Der
Übersicht wegen haben wir ihn in 7 Teilbereiche unterteilt. Gleichzeitig dienen uns die Hecken als Windschutz im kalten Frühjahr. Denn wenn die Ernte im März beginnt, ist es oft noch erbärmlich kalt und zugig.Auf dieser Fläche stehen auch 2 Folienzelte. Folie ist ja eher unangenehm, aber wir haben eine Folie gewählt, die extrem lange hält. Bisher sind das 5 Jahre.
Diese überdachte Fläche ist ca. 800m groß und reicht für unsere Vermehrungsarbeiten im Frühjahr. Im Sommer bauen wir hier unseren Basilikum an. Denn dieser braucht zum Wachstum viel Wärme, viel Feuchtigkeit und viel Nahrung. Zumindest die ersten 2 Bedingungen kommen in Vorpommern selten zusammen.
Die Kultur unserer Kräuter erfolgt, wie bei normalen Salaten auch beet- oder reihenweise. Allerdings ist der Umgang mit Wildkräutern immer wieder überraschend, die Kultur stellenweise nicht so einfach wie gedacht. Manches Kraut erweist sich als recht widerspenstig. So keimt das Ackerhellerkraut in großer Menge in den benachbarten Feldern und wird dort mit großem Aufwand bekämpft. Da wir große
Fans sind, hätten wir es gerne satzweise angebaut. So wie das bei Salaten üblich ist. Allerdings tut uns dieses Kraut nicht den gefallen. Die Überlebensstrategie scheint die zu sein, daß das Saatgut über Jahre verteilt keimt. Ein sicherer Anbau ist auf die Art unmöglich.
Andererseits ist der Anbau von Unkraut (das schreibe ich ganz bewußt) immer so eine Art Spiel mit dem Feuer. Wenn hier mal der optimale Zeitpunkt verpaßt ist, eine Kultur zu beenden und das Franzosenkraut beispielsweise in die Blüte kommt, dann wächst bald nichts anders mehr auf dieser Fläche!
Eine spannende Sache also, da wir echtes Neuland betreten. Denn als Gärtner lernt man ja nur, wir man Unkraut bekämpft, nicht aber, wie es kultiviert wird. Sonst ist aber alles ganz normal. Wir sind ein kontrollierter Bioland-Betrieb, dessen Ziel es ist, die innerbetrieblichen Abläufe immer weiter zu optimieren. Dies betrifft nicht nur die Vorgehensweise bei der Kultur, wir wollen vielmehr auch die anderen betrieblichen Bereiche (Architektur, Wasser, Energie, Stofffluß) so miteinander in Beziehung bringen, daß eine möglichst große Zahl nützlicher Verbindungen entsteht, damit unsere Kräfte und die Ressourcen unserer Umwelt tunlichst
geschont werden. (siehe dazu www.permakultur.de)
Ich hätte gerne gewusst, ab wann sie wieder Basilikum-Saat einzeln anbieten. Ich wäre an Thai- und Neapolitanischen Basilikum interessiert.
Gruß Enrico
Hallo Herr Hinz,
ab Mitte April ist das neue Basilikum-Saatgut auch einzeln im Shop – Anfang Mai kann dann gesät werden (im Gewächshaus am besten)
Herzlichen Gruß
Olaf Schnelle
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich habe eine Frage. Gibt es eigentlich einen Dünger für Tymian, Rosmarin und
Basilikum. Denen ihr Wachstum dauert mir zu lange. Im Fernsehen sehe ich immer,
daß es da große Büsche gibt. Ich habe normale Gartenerde genommen, aber die
wollen und wollen einfach nicht buschig werden. Bitte, helfen Sie mir.
Vielen Dank im voraus.
Ihre Eva Uhlmann-Gehring
Hallo Frau Uhlmann-Gehring,
aus Ihrer Frage entnehme ich, dass Sie von Beruf Köchin sein müssen. Die fragen mich auch immer 5 Minuten, nach dem ich gesät habe, wann es die erste Ernte gibt
.
Doch im Ernst: Glauben Sie dem TV nicht. Diese großen Büsche sind in Gewächshäusern hoch getrieben. Dass sie kein Aroma haben, sieht man ja nicht.
Thymian und Rosmarin werden aber in der Aromatik eher besser, wenn sie nicht so nährstoffreich stehen.
Basilikum ist da von anderem Kaliber. Der mag von allem viel: Wärme, Wasser, Nährstoffe. Letztere am besten regelmäßig geben. Dazu Brennnesseln in einen Eimer geben bis er voll ist, Wasser drüber und eine Woche im Schatten stehen lassen. Das Kraut entfernen und immer einen Liter vom Sud mit in die 10-12Liter-Gießkanne geben. Das ein bis zwei mal wöchentlich.
Warum kann ich in Deutschland keine Brunnenkresse (Water cress/nasturtium officinale) finden? So gesund, so schmackhaft.
Hallo Frau Sivers,
Sie haben recht mit Ihrer Frage!
Es gibt sie in Deutschland eigentlich nur noch wild. Das war mal anders:
Der einzig relevante (und damals sehr berühmte) Anbau fand über drei Jahrhunderte in Erfurt statt. Leider sind die weltberühmten Erfurter Klingen (so heißen die speziellen Brunnenkressebeete) durch desaströses Missmanagement nicht mehr in Kultur. Die zur Kultur nötigen Wasserquellen sind nahzu versiegt. Es gibt nur noch einen kleinen Gärtner, der die Fahne hochhält, aber seine Ware ist immer ausverkauft…
Der Brunnenkressepark von Erfurt wird leider von einem Investor betrieben, der die Kultur auch nicht wieder auf die Reihe gebracht hat.
Heute ist da ein super kitschiges Strandbad und ein paar Becken, wo ein paar arme Fische ihre Runden ziehen.
Für Gärtner mindestens gleich schlimm ist, dass die Stadt diesem Investor die Villa Haage übergeben hat. Über die darin befindliche Gastronomie, die mitten im ehemaligen Brunnenkressezentrum Brunnenkressesüppchen anbietet und diese aber aus profaner Gartenkresse zubereitet, muss man nicht viel sagen. Mich würde aber wundern, wenn die weltberühmte Gärtnerdynastie Haage am Ausbaustil ihrer ehemaligen Villa ihre Freude hätte…
Doch zurück zur Brunnenkresse: hier in Vorpommern wächst sie noch wild und in großen Mengen. Leider sind diese Stellen nur sehr schwer zugänglich und meist stehen diese Standorte unter Naturschutz. Die Stellen, die ich kannte und nutzte sind mittlerweile leider auch hinüber. Schuld sind die Meliorationsbagger, die die Gräben regelmäßig entkrauten.
So wird es wohl weiterhin wirklich gute Brunnenkresse nur ab und an mal im Handel geben.
Sehr schade das alles…
Ich suche dringend diese Pflanze zum kochen. uND WOLLTE FRAGEN OB sIE sAMEN DAVON HABEN ODER wissen wo ich diese in deutschland kaufen kann. Aus Tunesien kamen diese nie an und ich liebe dieses Gewächs abe rkeinerkann mir sagen wo ich es herbekommen kann!Können Sie mir Samen und Pflanze schicken?
Mlouchia – Muskraut mit Lammfleisch
Mlouchia, Meluchia, Miluchia, Mluchia, Moluchia, Molucheya – aus dem arabischen Raum
Wir selber haben das Muskraut nicht im Angebot – wir ziehen winterharte Pflanzen vor. Aber in Deutschland ist Rühlemann eine super Adresse, wenn es um Saatgut von Würz- und Armoanpflanzen geht!
Schaun sie mal hier:
http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/Pflanzen-und-Saatgut/Maca-Myrte/M-Einzelsorten/Melokhia-Saatgut
Hallo Heiner,
sicher gibt es im Winter immer auch wieder Kräuter zu ernten. Vogelmiere, Klettenlabkraut, Gänseblümchen sind sofort am wachsen / keimen, sobald das Thermometer die Null-Grad-Grenze übersteigt. Allerdings passiert dies so langsam, dass man zwar als Privatperson davon ab und an durchaus relevant ernten kann, für ein Geschäftsmodell langt dies aber leider nicht, da die Nachwachsraten viel zu gering sind. Also genießen wir unsere Winterruhe und raten zur Selbsternte…
Gruß Olaf
Bin an essbaren Wildkräutern interessiert, gibt es jetzt im Herbst/Winter auch die Möglichkeit, einige zum Verzehr geeignete Wildkräuter zu bestellen?
Gruß Heiner